Schweizerische Vereinigung für Wiederkäuergesundheit
Association Suisse pour la Santé des Ruminants

Signalement

Huacaya Alpacastute „Sonny“, 1 Jahr und 5 Monate alt, 29 kg.

Anamnese

Die Stute hatte anamnestisch chronischen Durchfall, wobei es in den letzten drei Tagen eine Verschlimmerung gab. Dabei wurde der Privattierarzt hinzugezogen, dieser behandelte das Alpaka mit Verdacht auf Parasitose mit Ivermectin (Ivomec®, Biokema, 1mL/50 kg), es wurde zuvor keine koprologische Untersuchung durchgeführt. Zusätzlich bemerkte er eine Vulvaaplasie, und überwies „Sonny“ deshalb ans Tierspital. Der Besitzer hatte dies zuvor nicht beobachtet, auch fielen Harnabsatzstörungen nicht auf.

Herkunftsbetrieb: Hobbyhaltung, 15 Alpakas; Fütterung: Heu, Pellets, Gras, Karotten.

Klinische Untersuchung

Abbildung 1: Stecknadelkopfgrosse Öffnung (Tag 1)Am Tierspital wurde eine vollständige klinische Untersuchung durchgeführt. Dabei konnte eine Herzfrequenz von 80 Schlägen pro Minute (Referenzbereich nach Fowler, 2010: 60 - 90) gezählt werden, wobei eine Arrhythmie festgestellt wurde. Die Atemfrequenz betrug 24 Atemzüge pro Minute (Referenzbereich nach Fowler, 2010: 10 - 30) und die rektale Temperatur war 38.4 ° C (Referenzbereich nach Fowler, 2010: 37.5 - 38.9 ° C). Abbildung 2: Strangurie und Vorwölbung der Vulva (Tag 1)Bei der Auskultation des ersten Compartiments (C1) konnte man 1 Kontraktion in 2 Minuten hören. Das C1 war mässig gefüllt und der Kot war bräunlich pastös. Die Skleralgefässe waren geringgradig injiziert und die Maulschleimhaut war mittelgradig gerötet. Der Hautturgor war physiologisch.

Abbildung 3: Demarkierte Hautareale an Oberschenkel und in der Mediane (Tag 1)Bei der Vulva war nur ein stecknadelgrosses Loch vorhanden und die Rima vulvae fehlte. Bei Bauchpresse wurde Harn im feinen Strahl abgesetzt. Um die Vulva herum demarkierte sich die äussere Haut bis über die Innenseite der Oberschenkel, der Randsaum war gut sichtbar und innerhalb des Randsaumes war die Haut kalt.

 

Frage

  • Wie lautet die Problemliste von „Sonny“?

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Autorin:
Elena Storni
Departement für Nutztiere
Vetsuisse Fakultät
Universität Zürich