Schweizerische Vereinigung für Wiederkäuergesundheit
Association Suisse pour la Santé des Ruminants

Abomasopexie beim Kalb
Fallbericht im Rahmen der FVH-Ausbildung

 Limousinkuh

Signalement

Rasse: Limousin
Geschlecht: weiblich
Alter: 3 Monate
Gewicht: 120 kg

Anamnese

Im Herkunftsbetrieb werden zwei Mastkälber in Laufstallhaltung gehalten. Die Kälber werden zweimal täglich mit 5-7 l Milch, Heu und Mais gefüttert. Die Patientin zeigt seit heute aufgehobene Sauglust und Koliksymptome. Kotabsatz wurde nicht mehr beobachtet. Der Privattierarzt stellt links eine positive Schwingauskultation fest und überweist das Kalb an das Tierspital Zürich.

Klinische Untersuchung

Das Kalb zeigt ein mittelgradig gestörtes Allgemeinbefinden. Es steht in Sägebockstellung und entlastet wechselweise die Hintergliedmassen.
Die rektal gemessene Körpertemperatur beträgt 39.6 °C, die Körperoberfläche ist kühl. Die Herzfrequenz beträgt 138 Schläge pro Minute, und der Herzschlag ist pochend. Die Schleimhäute sind rosa, und die kapilläre Füllungszeit liegt unter 2 Sekunden. Die Skleralgefässe sind fein gezeichnet. Die Atemfrequenz beträgt 54 Züge pro Minute. Bei der Auskultation werden, insbesondere nach Atemhemmung, verstärkte vesikuläre Atemgeräusche beidseits festgestellt. Seröser Nasenausfluss kann beidseits beobachtet werden.
Bei der Untersuchung des Gastrointestinaltrakts ist am Pansen eine leise Grundmotorik feststellbar. Die Pansenfüllung ist reduziert und der Inhalt ungeschichtet. Die Perkussions- und Schwingauskultation sind an der linken Bauchwand stark positiv und die Doppelauskultation negativ. Die Darmmotorik ist reduziert. Der Pansensaft weist einen pH von 6 auf, ist olivfarben, wässrig und hat einen säuerlichen Geruch. Nur wenig übelriechender Kot kann im Rektum festgestellt werden. Das Kalb hat einen urämischen Maulgeruch.
Der Harn ist hellgelb und klar, sein spezifisches Gewicht ist 1022 und der pH 7.

  • Welches Organsystem ist primär erkrankt?
  • Welches sind die Differentialdiagnosen?

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Autorin:
Dr. med. vet.
Beatrice Wenzinger
Wiederkäuerklinik
Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern